Die traumhafte Geographie Senegals
Im äußerst Westen Afrikas liegt der Staat Senegal. Senegal erstreckt sich südlich und nördlich des 15. Breitengrades in nördlicher Breite. Diese nüchternen Zahlen werden der Schönheit dieses kleinen Landes gar nicht gerecht, gehören aber zur Geografie mit dazu. Dieses Land ist nur ungefähr halb so groß wie Deutschland.
Das Land im Westen
Damit gehört Senegal zu den kleineren Ländern im Westen Afrikas. Im Westen bildet der Atlantik die Grenze von Senegal, im Norden und Nordosten ist es Mauretanien und im Osten hat Senegal Mali als Nachbarn. Das sind aber noch längst nicht alle Grenzen, die Senegal hat. Im Süden hat Senegal noch Grenzen zu Guinea und Guinea-Bissau. Und im südlichen Landesteil umschließt Senegal den Kleinstaat Gambia als Enklave. Die Hauptstadt dieses kleinen Landes heißt Dakar und ist als Touristenstadt bekannt.
Die Landschaftsgestaltung
Einen entscheidenden Einfluss auf die Landschaft Senegals haben die beiden Großlandschaften Sudan und Sahel. Als Sahel wird der Landschaftsgürtel bezeichnet, der sich direkt an den Süden der Sahara anschließt. Der Sahel ist zwar keine Wüste mehr, aber trotzdem noch sehr trocken. Er bildet den allmählichen Übergang zur feuchten Savanne. Die andere Großlandschaft, die Sudanzone, liegt zwischen dem Regenwald im Süden des Landes und der Sahara im Norden. Aber den größten Teil des Landes bildet das Küstentiefland. Dieser Teil befindet sich an den Flüssen Senegal und Gambia. In Richtung Landesinnere steigt die Küstenlandschaft um bis zu 40 Meter an. Viel höher sind da schon die Ausläufer des Tafelgebirgslandes Fouta-Djalon. Diese Ausläufer im Südosten von Senegal erreichen Höhen von bis zu 400 Metern. Senegal hat einen Küstenbereich von rund 500 Kilometern. Aber nicht überall ist die Küste erschlossen. Zum Teil ist sie wenig gegliedert, flach oder auch versumpft. Im Süden wird der lange Küstenstrich von der Enklave Gambia unterbrochen. Seinen Namen hat das Land durch den langen Fluss Senegal bekommen, der sich auf mehr als 1000 Kilometern durch das Land schlängelt. Über weite Strecken bildet der Senegal im Norden und Nordosten die Ländergrenze. Der Senegal ist aber nicht nur ein Teil der Ländergrenze, sondern bildet auch gleichzeitig die Grenze zwischen Schwarzafrika und den so genannten weißen Ländern des afrikanischen Kontinentes.
Klima und Vegetation
Da der Senegal im Norden an die Sahelzone grenzt, ist dieser Bereich von einem trockenen Klima geprägt. Wer dieses Gebiet bereisen möchte, sollte das nicht gerade in der Zeit von Juli bis Oktober machen. Die Wahrscheinlichkeit nass zu werden ist sehr groß, denn dort ist dann Regenzeit. Noch mehr Wasser gibt es im Süden. Das randtropische Klima zeichnet sich durch eine lange sommerliche Regenzeit aus. Die Niederschlagsmengen im Süden sind im Schnitt fünfmal so hoch wie im Norden. Dafür liegen aber die Temperaturen bei angenehmen 20 Grad Celsius. So wie sich das Klima in Senegal sehr unterschiedlich gestaltet, kann man das auch bei der Vegetation beobachten. Im Norden des Landes, der Sahelzone, herrscht in der Hauptsache die Dornstrauchsavanne vor. Weiter im Inneren des Landes geht es dann allmählich in die Trockensavanne über. Im Süden von Senegal wächst der Feuchtwald, und wenn es dann weiter nach Norden geht, wird aus dem Feuchtwald die Feuchtsavanne. Ganz anders sieht es südlich vom Gambiafluss aus. Diese Landschaft ist von großen Mangrovensümpfen geprägt.
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MehrDie faszinierende Geschichte Senegals
Die Geschichte Senegals reicht schon bis in die urgeschichtliche Zeit zurück. Ausgrabungen belegen, dass hier schon Menschen gelebt haben müssen, als Europa noch vollständig den Tieren gehörte.
Eine uralte Geschichte
Schon um 900 nach Christus gab es hier eine richtige Stammesgemeinschaft. Das Reich Gana lag auf dem Gebiet des heutigen Senegal. Damals, bis weit in das Mittelalter hinein lebten, hier verschiedene Völker mehr oder weniger friedlich zusammen. Diese Völker waren in der Hauptsache die Wolof, die Serer und die Tukolor. Im Mittelalter bildeten sich mit Dyagogo, Tekrour, Wolof und Mama so allmählich die ersten Staaten heraus.
Die Europäer kommen
Im Jahre 1445 landeten die ersten Europäer an den Küsten von Senegal. Die Portugiesen waren schon damals eine Seemacht, die weite Reisen auf dem Wasser unternommen hat und überall Handelsniederlassungen gründeten. Im 16. Jahrhundert mussten die Portugiesen ihre Handelsniederlassungen an die Niederländer, die Franzosen und die Briten abgeben. Das geschah natürlich nicht freiwillig, sondern erst nach harten Kämpfen, an denen auch die Ureinwohner teilnehmen. Zum Dank dafür wurden die rechtmäßigen Einwohner von Frankreich unterworfen. Im 19. Jahrhundert wurde Senegal eine französische Kolonie. Für die Bewohner von Senegal bedeutete das, dass alle Einwohner 1883 die französischen Bürgerrechte bekamen. Schon wenige Jahre später, genauer 1995, wurde Senegal als ein Teil von Französisch-Westafrika endgültig eingegliedert.
Politische Umwälzungen
Die nächsten Jahre brachten für Senegal viele Änderungen mit sich. Als Erstes wurde 1902 die bisherige Hauptstadt Saint Louis durch die neue Hauptstadt Dakar ersetzt. Schon zwei Jahre später nahm eine neue Verwaltung ihre Arbeit in Dakar auf. Bis Senegal eine autonome Republik wurde, sollte es aber noch ein paar Jahre dauern. Ab 1958 konnte Senegal, dass inzwischen als französisches Überseeterritorium galt, innerhalb der französischen Gemeinschaft eine autonome Republik bilden. Für kurze Zeit ging Senegal mit der heutigen Republik Mali eine Föderation ein. 1960 erhielt Senegal wie viele andere Länder Afrikas die Unabhängigkeit. Der erste Präsident des neuen, unabhängigen Senegal war Léopold Sédar Senghor. Unter seiner Führung entstand in den nächsten Jahren auf der Basis der Union Progressiste Sénégalaise ein Einparteienstaat. Erst auf Druck der allgemeinen Öffentlichkeit kam es in den 70er Jahren zu einer allmählichen Demokratisierung. 1976 wurden in dem Land erstmals nach der Unabhängigkeit von Frankreich auch andere Parteien zugelassen.
Der Weg in die moderne Zeit
1980 ist Léopold Sédar Senghor freiwillig zurückgetreten. Danach hat Abdou Diouf die Macht im Land übernommen. Mit dieser Übernahme hat sich für die Senegalesen einiges in ihrem Land geändert. Das Wichtigste war ganz sicher die Einführung eines unbegrenzten Mehrparteiensystems. Aber auch die Konföderation mit Gambia war ein großer Meilenstein in der Geschichte Senegals. Allerdings hielt diese Konföderation nur bis zum Jahre 1989. Wenige Jahre später kam es in Senegal zu einer schweren politischen Krise. Ein Konflikt mit Mauretanien und die Ermordung des stellvertretenden Präsidenten des Verfassungsgerichtes waren die Ursache dafür. Das Ergebnis war 1994 eine starke Währungsabwertung, Ausschreitungen in der Bevölkerung und Massenverhaftungen. Konflikte um Casamance führten in dem Land zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Erst 1999 konnten die Konflikte durch Vermittlung des Nachbars Gambia allmählich durch ausführliche Verhandlungen bereinigt werden. Mit der Wahl 2000 ging in Senegal eine 40jährige sozialistische Herrschaft zu Ende. Seitdem gibt es eine neue Verfassung und ein Referendum zur Einhaltung der Menschenrechte.
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